Ausgewählte Schachspiele

Keine Rangliste, sondern sieben Spiele, an denen sich ablesen lässt, wie Material, Form und Idee das Schach verändern.

12. Jahrhundert

Nishapur-Schachspiel

Ein fast vollständiges persisches Spiel aus geformter, glasierter Steinpaste. Thron, Stoßzähne und Keil genügen, um König, Läufer und Turm lesbar zu machen.

ca. 1150–1200

Lewis Chessmen

Aus Walrosselfenbein geschnitzte Figuren mit erstaunlich individuellen Gesichtern. Sie zeigen, wie vollständig Schach im mittelalterlichen Europa angekommen war.

1849

Staunton-Muster

Nathaniel Cookes Entwurf, von Howard Staunton beworben und von Jaques of London hergestellt, setzte Lesbarkeit über Ornament und wurde zum Turnierstandard.

1920–1926

Man Ray Chess Set

Man Ray übersetzte die Figuren in geometrische Assoziationen: Der König wird zur Pyramide, der Läufer zum Flaschenkegel. Abstraktion ersetzt Illustration.

1923–1924

Josef Hartwig, Bauhaus-Schachspiel

Die Form zeigt Bewegung und Wert der Figur. Das Spiel ist die direkte gestalterische Referenz der Figuren auf dieser Website. Naef produziert heute eine autorisierte Neuauflage.

1944

Isamu Noguchi, Schachtisch

Noguchi gestaltete nicht nur Figuren, sondern eine gesamte Spielfläche. Das Brett wird zum Möbel und das Spiel zu einem Raum zwischen den Spielenden.

1966

Yoko Ono, White Chess Set

Alle Felder und Figuren sind weiß. Sobald die Zugehörigkeit der Figuren unklar wird, kann die Partie nur durch Erinnerung und gegenseitiges Vertrauen weitergehen.